

Unsere Lexikothek
Bearbeitung durch Mitglieder der Astrofreunde nach bestem Wissen und Gewissen. Quellenangaben unter den Artikeln sowie Quellenverweise zu externen Links
Funkelnde Sterne
➡️ Zwei sehr spannende Fragen hat uns ein Besucher im ASTRO-TREFF gestellt:
✨ Warum funkeln manchmal die Sterne, oder einige besonders helle Sterne, am Himmel.
🚀 Warum erscheint die Flugbahn der ISS (International Space Station) von der Erde aus gesehen manchmal wie eine Kurve.
zu✨ = Stichwort Szintillation, Turbulenzen, Klima. Sterne flackern nicht aus eigener Kraft, sondern aufgrund der uns umgebenden Erdatmosphäre. Luftunruhe, unterschiedliche Luftdichten und Temperaturen in der Atmosphäre brechen das punktförmige Licht der Sterne ungleichmäßig, bevor es unser Auge errreicht. Dies führt zu schnellen Helligkeits und Fabwechseln.
Aus dem Weltraum betrachtet flackern Sterne übrigens nicht.
Mehr Infos dazu und warum manche Sterne auch farbig funkeln erfahrt ihr im Link
von StarWalk https://starwalk.space/de/news/why-do-stars-twinkle
Flugbahn der ISS am Himmel
zu🚀 = Tatsächlich fliegt die Raumstation eine gerade stationäre Kreisbahn.
Jedoch erscheint sie uns als Kurve in zweierlei Hinsicht. Sowohl in der Mercator-Projektion der Flugbahn, als auch optisch für einen Betrachter auf der Erde kommt es zu einem eigentümlichen Bahnverlauf, der auf den ersten Blick verwirrend ist. Versuchen wir uns also an einer Erklärung und beginnen mit der Projektion der Flugbahn auf einer Landkarte.
Die Mercator-Projektion ist eine winkeltreue Kartenprojektion der Kugelfläche der Erde, die in einen Streifen auf der Ebene vermittelt wird. Gerhard Kremer (1512-1594), genannt Mercator, erstellte erstmalig 1569 in Duisburg eine Karte mit dieser Abbildung, diese Projektio wird bis heute standardmäßig für Seenavigationskarten angewendet. Ihre Variante, die Web-Mercator-Projektion, ist der Standard für Webkarten und Online-Services. Die Projektion wird häufig für Weltkarten, Schautafeln und die thematische Kartenerstellung auf Webkarten verwendet. So auch auf den Überflugkarten der Raumstation ISS. Die Neigung der Umlaufbahn der ISS gegenüber dem Äquator beträgt 51,6° (das hat mit der Erreichbarkeit von russischen und amerikanischen Versorgungsflügen zu tun) Während die ISS ihre Kreisbahn um die Erde in 90 min vollzieht, dreht sich die Erde unter ihr weiter. Der Kreis ist also nicht geschlossen, sondern verschiebt sich so ca. 22,5° bei jedem Umlauf. Überträgt man diese Kurve von einem Globus auf die Mercatorprojektion der Weltkarte, dann entspricht die Darstellung einer Sinuskurve.
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Für einen Betrachter auf der Erde erscheint die Flugbahn der ISS als eine gerade Linie nur dann, wenn
sie genau über den Zenit von West nach Ost über unseren Kopf hinwegzieht. Beim nächsten Umlauf der ISS hat sich die Erde weitergedreht und die ISS beschreibt nun einen Bogen auf unserer Himmelsansicht. Eine optische Täuschung, bzw. eine Perspektive, die für uns aufgrund der Erdkrümmung verzerrt ist.
Aktuelle Überflugdaten der ISS weltweit und für euren Stadort findet ihr auf astroviewer.net
🛰️ https://www.astroviewer.net/iss/de/beobachtung.php
Schaut auch die coolen Animationen von reddit.com
🚀 the ISS orbit visualized on a map of Earth
🚀 Die ISS-Umlaufbahn visualisiert auf der flachen Erdkarte (Azimutale equidistante Projektion)
Zusammenfassung J.Kruse
Das Zodiakallicht
Das Zodiakallicht, auch Tierkreislicht genannt, ist eine schwach leuchtende permanente Erscheinung längs der Ekliptik in der Zone des Zodiaks. Der Zodiak (oder Tierkreis) ist eine ca. 20° breite Zone am Himmel entlang der Ekliptik, in der sich Sonne, Mond und Planeten bewegen. Er wird in 12 Abschnitte unterteilt, die den bekannten Sternzeichen (Widder bis Fische) entsprechen. Astronomisch entspricht er der scheinbaren Sonnenbahn, astrologisch der Basis für Horoskope. Sofern am Nachthimmel nicht überstrahlt, kann das astronomische Phänomen als diffuser, horizontnah breiterer Lichtkegel wahrgenommen werden.
Zodiakallicht ist leuchtender Staub
Ein ekliptikales Phänomen, welches durch zahlreiche winzige Staubpartikel verursacht wird, die wie die Erde und die anderen Planeten auf der Ekliptikebene um die Sonne kreisen. Diese Staubpartikel reflektieren und streuen das Licht der eben untergegangenen oder noch nicht aufgegangenen Sonne und erzeugen einen Lichtkegel am Horizont, so hell wie die Milchstraße.
Zu sehen ist das Zodiakallicht aber nur, wenn die Sonne weit genug unter dem Horizont verschwunden ist (mindestens 18 Grad), um es nicht zu überstrahlen. Das entspricht dem Ende der astronomischen Dämmerung abends oder ihrem Beginn morgens.
Zugleich dürfen die Partikel nicht zu weit von der Sonne entfernt sein, damit sie von ihr noch genügend angestrahlt werden (höchstens 40 Grad Entfernung zur Sonne). Außerdem muss der Lichtkegel mehr als 10 Grad über den Horizont reichen, da darunter alles durch die Atmosphäre getrübt wird. Er darf also nicht zu stark geneigt sein, sondern sollte möglichst aufrecht emporragen
Quelle Alphawissen https://www.ardalpha.de/wissen/weltall/astronomie/sterngucker/zodiakallicht-tierkreislicht-staub-ekliptik-100.html
Zusammenfassung J.Kruse
Sternenstichspuren

Wer den Sternenhimmel eine Weile anschaut wird feststellen, dass sich die Sterne und Sternbilder langsam aber stetig von der Stelle bewegen. Durch die linksdrehende Erdrotation, also entgegen dem Uhrzeigersinn, bewegen wir uns als Betrachter unter dem Sternenhimmel hinweg und nehmen somit eine Bewegung der Sterne von links nach rechts war. Von den astronomischen Koordinaten gesehen also von Ost nach West, genauso wie wir tagsüber die Sonne über dem Osten aufgehen und im Westen untergehen sehen.
Schauen wir auf der Nordhalbkugel in Richtung des Polarsterns, der genau in der Verlängerung unserer Erdachse liegt, so sehen wir in der Langzeitbelichtung der Sterne wie diese um den Pol kreisen, und tatsächlich lässt sich so mit fotographischen Mitteln das Spiegelbild der Rotation unserer Erde festhalten. Der physikalische Nachweis der Erdrotation, zeigt sich durch das Experiment mit dem Pendel von Léon Foucault. In einer schwingungsfreien Aufhängung bewegt sich ein Pendel entgegen dem Uhrzeigersinn, was aber aufgrund der physikalischen Gesetze eigentlich nicht möglich ist. Für dieses Phänomen gab es für Foucault nur eine Erklärung: es ist nicht das Pendel, das seine Richtung ändert, es ist der Boden! Damit gelang Foucault der Nachweis, dass die Erde sich dreht.
Sehr schön Erlebbar ist dieses Experiment im begehbaren Turm der Phänomenta in Lüdenscheid. Hier zieht ein 27m langes Pendel schwingungsfreie seine Kreise...
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Sternenpunkt- Zeitformel: 500er Regel
Belichtungszeit = 500 / Brennweite Objektiv x Cropfaktor Kamerasensor
Beispiel - 14 mm Weitwinkel Objektiv an Vollformat (Nikon D810 oder Canon EOD 6D)
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500 / 14mm = 36 Sekunden Belichtungszeit
Beispiel - 14 mm Weitwinkel Objektiv an APS-C (DX) Format (Nikon D5300)
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500 / 14mm x 1,5 = 24 Sekunden Belichtungszeit
Sollen die Sterne bei einer fotografischen Aufnahme nicht strichförmig erscheinen, sondern punktförmig, so ist bei der Belichtung ein entsprechendes Zeitfenster zu berücksichtigen.
Dieses Zeitfenster ist abhängig von der Abbildungsgröße des Objekts. Fotografisch wird diese Größe bestimmt durch die Brennweite des Objektivs durch die das einfallende Licht auf die Sensorfläche der digitalen Kamera projiziert wird (oder eben auf das Filmnegativ einer analogen Kamera) . Für die Berechnungsgrundlage der Sternenpunkt-Zeitformel gilt dabei die Sensorsorgröße einer Vollformatkamera als Maßstab 1
Für alle von diesem Maßstab einer Vollformatkamera abweichende größere oder kleinere Kamerasensoren muss das Verhältnis zu diesem Maßstab 1 angegeben werden. Die entsprechenden Werte lassen sich anhand der folgenden Tabelle ablesen.
Formatfaktoren gängiger Sensorgrößen
